Die Konstanzer SPD setzt auf Erneuerung. Mit der 26jährigen Rechtsreferendarin Natalie Woellenstein hat einer der größten SPD- Ortsvereine in Südbaden nicht nur eine neue Frau an der Spitze, sechs von neun Vorstandsmitgliedern wurden neu in ihr Parteiamt gewählt. Woellenstein, die seit knapp vier Jahren auch stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos ist, forderte die Partei zu einem aktiven Dialog mit Bürgern und gesellschaftlichen Gruppen auf. Die erste Herausforderung des neuen Ortsvereinsvorstands werden die Landtagswahlen sein, die in knapp 14 Monaten bevorstehen. Woellenstein kämpferisch: "Wir werden mit der "verbrecherischen Bildungspolitik" der CDU abrechnen."

Im vollbesetzten Saal des Hotel Barbarossa trafen sich so viele SPD-
Mitglieder wie seit langem nicht mehr. 45 Neueintritte verzeichnete die Konstanzer SPD im vergangenen Wahljahr, das für die Partei so unbefriedigend verlaufen ist. Zahlreiche Mitglieder wurden für 25, 40 oder gar 50 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Wolfgang Maier, der seit 1959 Sozialdemokrat ist, brachte es auf den Punkt, was viele im Saal dachten: Er freute sich über viele junge Mitglieder und ist daher nicht bange um die Zukunft der SPD.

1971 und 1984 war besonders gute Jahre für die Konstanzer SPD, kommentierte auch Kesting die große Zahl der anstehenden Ehrungen. So gehören die Altstadträte Helga Jauss-
Meyer und Dr. Albert Jung ebenso 40 Jahre der SPD an wie der langjährige Rielasinger Gemeinde-
und Kreisrat Willy Horne oder der noch aktive Stadtrat Herbert Weber. 25 Jahre dabei sind Klaus Konermann, Reinhard Düsterhöft und Anne Eicken.
Der scheidende Vorsitzende Andreas Kesting - er verließ aus beruflichen Gründen Konstanz Ende 2009 - berichtete in seinem letzten Rechenschaftsbericht hauptsächlich von den Wahlkämpfen des vergangenen Jahres. Dass sie trotz großem Engagements nicht erfolgreich waren, spielte im Rückblick keine große Rolle mehr: Die Konstanzer SPD verspürt Lust auf Opposition. Und sie hat dazu eine gute Basis, denn die viele der Wahlkämpfer und der Gemeinderatskandidaten des vergangenen Wahljahrs konnten zu dauerhaften Engegement gewonnen werden. Daher warnte Natalie Woelleinstein in ihrer Vorstellungsrede die politische Konkurrenz selbstbewusst: "Zieht Euch warm an".
So fiel es auch weiteren langjährigen Vorstandsmitgliedern wie Sonja Hotz, Axel-Michael Unger oder Horst-Hubertus Krug leicht, ihre Ämter an frische Kräfte weiterzugeben, nicht ohne zu versichern, dass sie sich auch ohne Amt weiter engagieren werden.
Bildung und Integration sind politische Schwerpunkte, die die Konstanzer SPD in den nächsten beiden Jahren bevorzugt bearbeiten will. Diese politische Ausrichtung spiegelt sich auch in den Biographien und Erfahrungen der neuen Vorstandsmitgliedern wider.
Neben Woellenstein wurden in den Vorstand gewählt:
Prof. Dr. Uwe Herwig und
Zahide Sarikas sind Woellensteins Stellvertreter, für die Finanzen ist nun
Regina Bendokat verantwortlich, Schriftführerin wurde
Andrea Kreuziger.
Fabian Parsch,
Frieder Schindele,
Patrick Kleindienst und
Alex Friedrichs gehören als Beisitzer dem Vorstand an.
Posieren für die Presse: Uwe Herwig, Natalie Woellenstein und Zahide Sarikas.
Quelle:
SPD-Konstanz.de